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🤖 AI-Agenten

Handsheet #5
⚠️ Kern-Realität: Ein AI-Agent ist keine Zaubermaschine, sondern ein KI-Modell + Werkzeuge (Tools) + ein Ziel, das selbstständig Schritte plant und ausführt. Sein Output ist nur so gut wie Prompt, Tools und Überwachung. Niemals ungeprüft loslaufen lassen.

🧠 Was ist ein AI-Agent?

Eine KI, die nicht nur antwortet, sondern handelt: Sie bekommt eine Aufgabe, zerlegt sie in Schritte, ruft Tools auf (suchen, Datei lesen, Code ausführen, API), prüft Ergebnisse und iteriert — bis das Ziel erreicht ist.

  • LLM (Sprachmodell): das „Gehirn“ — denkt, plant.
  • Tools: Arme & Augen — ausführen (Shell, Browser, APIs, Dateien).
  • Kontext/Prompt: Auftrag + Regeln + Grenzen.
  • Schleife: ausführen → Ergebnis beobachten → nächster Schritt.

🏗️ Grundbausteine

Agent vs. Autopilot vs. Tool WICHTIG

  • Tool: einzelne Aktion, die du steuerst (z. B. „Suche X“).
  • Agent: plant selbst mehrere Tool-Schritte zum Ziel.
  • Autopilot/Autonomer: läuft über lange Zeit selbstständig weiter — höchstes Risiko.

Wichtige Konzepte

  • ReAct / Plan-Tool-Bewerten-Schleife: typische Agent-Logik.
  • Memory/Gedächtnis: Kurzzeit (Konversation) vs. Langzeit (Dateien, DB).
  • Orchestrierung: ein Haupt-Agent delegiert an Sub-Agenten.
  • Sicherheitsgrenzen: Erlaubnisse, Whitelists, Sandbox — PFLICHT. WICHTIG

🚨 Risiken & Fallen

  • Halluzinationen: Agent behauptet Dinge, die falsch sind. Versuch das mitzudenken, nicht blind vertrauen.
  • Unkontrollierte Aktionen: kann Befehle ausführen, die du nicht willst → immer Begrenzung/Sandbox.
  • Tunnelblick: verfolgt ein Ziel, übersieht Kontext — „vergisst“ frühere Fehler.
  • Endlosschleifen/Token-Verbrauch: ohne Zeit-/Token-Budget kann er ewig laufen und teuer werden. NOTE Budget setzen!
  • Böswillige Eingaben (Prompt-Injection): Daten aus externen Quellen können Anweisungen einschleusen.

✅ Best Practice (Anfänger)

Guter Rahmen = gutes Ergebnis

  • Präziser Prompt: Ziel, Schritt-für-Schritt-Anweisung, erwartetes Output-Format, Grenzen nennen.
  • Klare Rechte: gib nur Tools, die nötig sind (Principle of least privilege).
  • Erst klein testen: Aufgabe in Mini-Schritten, dann skalieren.
  • Überwachen: bei langen Läufen Logs/Status prüfen — nicht blind laufen lassen.
  • Exit-Kriterien + Timeout: „Stopp, wenn X erreicht“ und Zeit-/Token-Deckel.
  • Dry-Run/Review: erst beschreibende Lösung prüfen lassen, bevor der Agent schreibt/ausführt.

✍️ Richtig prompten (für Anfänger)

🧱 Die Prompt-Formel: R · K · K · A · G

Ein guter Prompt ist keine Zauberei, sondern ein klar strukturierter Auftrag. Merke dir die 5 Bausteine:

  • Rolle — „Du bist ...“ (z. B. erfahrener Krankenpfleger, freundlicher Tutor).
  • Kontext — kurzer Rahmen: wer, was, warum? („Ich bin Anfänger bei X ...“)
  • Klarer Auftrag — exakt, was es tun soll (ein Ziel, kein Wischwaschi).
  • Ausgabe-Format — wie das Ergebnis aussehen soll (Liste, Tabelle, x Sätze).
  • Grenzen / Budget — was es nicht tun darf und wann Stopp ist.

💡 Faustregel: Wenn du den Prompt einem neuen Kollegen wortwörtlich als Aufgabe geben würdest und er wüsste, was zu tun ist — ist er gut.

✅ DOS — das bringt bessere Antworten

  • Konkret sein: „Fasse in 5 Stichpunkten zusammen“ statt „Mach mal was“. Präzision schlägt Bauchgefühl.
  • Ein Ziel pro Prompt: viele Fragen auf einmal = verwaschene Antwort. Getrennt fragen.
  • Kontext geben: „Für wen ist das? Anfänger oder Experte? Welche Sprache?“
  • Format festlegen: „als Liste“, „als Tabelle“, „max. 100 Wörter“, „laienverständlich“.
  • Beispiele zeigen: „so in etwa: ...“ macht Erwartungen klar (Few-Shot).
  • Nachfassen erwünscht: „Wenn etwas unklar ist, frage nach, statt zu raten.“
  • Stück für Stück: komplexe Sachen in kleine Schritte zerlegen statt alles auf einmal.

❌ DON'TS — diese Fehler kosten Zeit

  • Vage bleiben: „Hilf mir“ / „erkläre das“ → ohne Ziel keine gute Antwort. Immer sagen: zu welchem Ergebnis?
  • Doppeldeutig: ein Begriff mit zwei Bedeutungen im selben Satz.
  • Fachchinesisch blind: für Anfänger sollen die Begriffe erklärt werden — nicht nur hingeworfen.
  • Alles auf einmal: 10 Fragen in einem Prompt → Antwort wird oberflächlich.
  • Zu viel Vertrauen: KI-Output nie ungeprüft übernehmen (vor allem bei Fakten/Medikamenten!).
  • Negative Formulierungen: „Erzähl mir nichts über ...“ wirkt oft schwächer als ein positiver Auftrag.
  • Rechte vergessen: bei Agenten keine unnötigen Werkzeuge/Freigaben geben.

🔄 Beispiel: schlecht → gut

  • ✗ Schlecht: „Was ist künstliche Intelligenz?“
  • ✓ Gut: „Du bist Tutor für absolute Anfänger. Erkläre in 3 einfachen Sätzen, was eine KI ist, und gib 1 Alltags-Beispiel (Handy). Keine Fachbegriffe ohne Erklärung.“
  • ✗ Schlecht: „Schreib mir was zum Thema Blutdruck.“
  • ✓ Gut: „Ich bin Krankenpfleger in Ausbildung. Fasse die häufigsten Blutdruck-Messfehler als Checkliste zusammen (5 Punkte), je mit ein Satz Erklärung, alltagstaugliche Sprache.“

🧩 Typen & Einsatzzwecke

  • Recherche-Agent — Web-Suchen, sammelt & fasst zusammen.
  • Code-Agent — schreibt/fixt/refaktoriert Code, führt Tests aus.
  • DevOps-/Ops-Agent — führt Infrastruktur-/Server-Aufgaben aus (z. B. Wartung, Backups).
  • Daten-/Analyse-Agent — CSV/DB, Berichte, Charts.
  • Automatisierungs-Agent — wiederkehrende Routinen (News, Reports, Syncs).

💡 Genau solche Agenten laufen auch bei mir (Mr. Meeseeks + Vogelmensch auf dem Proxmox-Cluster) — Crons, News, Backups, Wartung.