Fokus: psychische & neurologische Erkrankungen im Alter — Symptome, Verlauf & Pflegeansätze.
🧠 Demenzen
Abbau von Gedächtnis, Denken & Alltagskompetenz. Häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit im Alter.
Alzheimer-Demenz
häufigste Form (~60–70 %)
Schleichender Abbau durch Eiweißablagerungen (Plaques) im Gehirn. Beginnt oft mit Vergesslichkeit, dann Orientierungsverlust, Sprach- & Alltagsstörungen.
⚠️ Früh: Kurzzeitgedächtnis > Stimmung; Spät: auch Persönlichkeits-/Verhaltensänderungen.
Häufig unterschätzt, oft hinter körperlichen Beschwerden versteckt.
Altersdepression
Länger als 2 Wochen: gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Antriebsminderung, Schlafstörungen, Appetitverlust, Rückzug, teils Suizidgedanken.
⚠️ Oft „leibhaftige" Beschwerden (Schmerzen, Erschöpfung) im Vordergrund statt Traurigkeit.
💡 Suizidrisiko im Alter hoch → ernst nehmen. Tagesstruktur, Aktivierung in kleinen Schritten, Reden ermöglichen, Angehörige einbinden, Sturz-/Essensbeobachtung.
😟 Angststörungen & Somatisierung
Angststörungen
Übermäßige Angst/Panik, Vermeidungsverhalten, körperliche Symptome (Herzrasen, Schwitzen, Zittern). Bei Älteren oft als Krankheitsangst oder Trennungsangst.
💡 Sicherheit geben, Angst validieren, Atemtechniken, nicht kleinreden, Bewegungsängste (Sturzangst) ernst nehmen.
Somatisierung
Psychischer Druck zeigt sich als körperliche Beschwerden ohne ausreichenden medizinischen Befund (Schmerz, Schwindel, Magen-Darm).
💡 Beschwerden ernst nehmen (nicht „eingebildet"), klare Diagnostik-Ergebnisse vermitteln, Gesprächsangebote.
⚠️ Paranoide & wahnhafte Störungen
Paranoid-halluzinatorische Symptomatik
Misstrauen & Wahnideen (z. B. Bestohlen-, Vergiftet-, Verfolgt-Werden), teils mit Halluzinationen (v. a. bei Demenz). Nicht mit dem Patienten „diskutieren".
💡 Wahn nicht bestätigen, aber nicht direkt widerlegen. Beruhigen, Alltagsnormalität & Vertrauen schaffen. Sicherheit: versteckte Gegenstände können „gestohlen" wirken → Aufbewahrung erklären.
🧩 Weitere gerontopsychiatrische Bilder
Parkinson-Erkrankung
Tremor (Ruhezittern), Rigor (Muskelsteifheit), Akinese (Bewegungsarmut), Gangstörung. Häufig auch depressive Verstimmung, Demenz & Schlafstörungen.
Verhaltensänderungen durch Hirnabbau: Enthemmung, Aggressivität, Apathie. Häufig Ausdruck von Überforderung, Schmerz oder Bedürfnissen — nicht „böse Absicht".
Hohes Risiko, oft still & geplant. Erhöht bei: Einsamkeit, Verlust des Partners, schwerer Erkrankung, Depression. Warnsignale ernst nehmen.
💡 Immer ärztlich abklären, nicht allein lassen, direkte Frage nach Suizidgedanken ist erlaubt & entlastend.
🛡️ Pflege-Prinzipien bei Gerontopsychiatrie
Validation & Biografiearbeit
Gefühle anerkennen & statt zu korrigieren zu validieren. Biografie-Infos nutzen (Bevorzugungen, Gewohnheiten, Lebensgeschichte) zur Orientierung & zum Vertrauensaufbau.