💊 Medikamenten-Endungen
An der Namensendung die Wirkstoffklasse erkennen — 23 Endungen mit Handelsnamen & Eselsbrücken.
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🧠 Gerontopsychiatrie & Psychopharmaka
Häufig bei älteren Menschen mit Demenz, Delir, Depression, Unruhe oder Psychosen. Bei geriatrischen Patienten: „start low, go slow" – niedrig dosieren & langsam steigern.
Sertralin
SSRI (selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)
Wirkweise: Hält mehr Serotonin an den Synapsen → stimmungsaufhellend & angstlösend.
Gebrauch: Depression, Angststörungen, Zwangsstörung. Gerade bei Älteren oft erste Wahl.
Pflegehinweis: Wirkung braucht 2–4 Wochen. Absetzsymptome → ausschleichen. Hyponatriämie-Risiko bei Älteren (Labor).
Tageshöchstdosis: 200 mg/Tag
Citalopram / Escitalopram
SSRI
Wirkweise: Wie Sertralin — Serotonin steigt, hebt Stimmung & reduziert Angst.
Gebrauch: Depression, depressive Störung im Alter.
Pflegehinweis: QT-Zeit-Verlängerung möglich (EKG). Maximaldosis beachten. Hyponatriämie-Risiko.
Tageshöchstdosis: Citalopram 40 mg (20 mg über 60 J.) · Escitalopram 20 mg/Tag
Mirtazapin
NaSSA (noradrenerg & spezifisch serotonerg)
Wirkweise: Blockiert hemmende Autorezeptoren → mehr Noradrenalin & Serotonin. Zusätzlich antihistaminerg → müde machend, appetitsteigernd.
Gebrauch: Depression mit Schlafstörung & Appetit-/Gewichtsverlust.
Pflegehinweis: Abends geben (sedierend). Vorteil: weniger Übelkeit. Achtung Gewichtszunahme.
Tageshöchstdosis: 45 mg/Tag
Venlafaxin
SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer)
Wirkweise: Erhöht Serotonin & Noradrenalin → antriebssteigernd & stimmungsaufhellend.
Gebrauch: Schwere Depression, auch bei Antriebslosigkeit.
Pflegehinweis: Blutdruck kontrollieren (kann erhöhen). Absetzsymptome → langsam ausschleichen.
Tageshöchstdosis: 375 mg/Tag
Duloxetin
SNRI
Wirkweise: Erhöht Serotonin & Noradrenalin, wirkt zusätzlich schmerzmodulierend.
Gebrauch: Depression, neuropathische Schmerzen, Inkontinenz-Begleitbehandlung.
Pflegehinweis: Übelkeit zu Beginn häufig. Blutdruck beobachten.
Tageshöchstdosis: 120 mg/Tag
Trazodon
SARI (Serotonin-Antagonist & -Wiederaufnahmehemmer)
Wirkweise: Beeinflusst Serotonin-Rezeptoren, stark sedierend in niedriger Dosis.
Gebrauch: Depression, oft abends als Schlafhilfe (Off-Label, niedrig dosiert).
Pflegehinweis: Sedierung & orthostatische Hypotonie beachten. Abends geben.
Tageshöchstdosis: bis 600 mg/Tag (stationär)
Quetiapin
Atypisches Antipsychotikum
Wirkweise: Blockiert u. a. Histamin- & Serotonin-/Dopamin-Rezeptoren — je nach Dosis antipsychotisch oder (niedrig) stark schlafanstoßend.
Gebrauch: Psychosen, bipolare Störung; niedrig dosiert Schlafstörung/Unruhe im Alter.
Pflegehinweis: Stark sedierend, Gewichtszunahme, Diabetes-Risiko. Sturzgefahr nachts! Orthopostase beachten.
Tageshöchstdosis: 750 mg/Tag
Risperidon
Atypisches Antipsychotikum
Wirkweise: Blockiert Dopamin-D2- & Serotonin-Rezeptoren → gegen Wahn, Halluzinationen & Aggression.
Gebrauch: Psychosen; oft bei Verhaltensstörungen/Aggression im Rahmen von Demenz (mit Vorsicht).
Pflegehinweis: Bei Demenz-Patienten erhöhtes Schlaganfall-/Mortalitätsrisiko → nur nach Abklärung. EPS (Parkinson-Symptome) beobachten.
Tageshöchstdosis: 16 mg/Tag
Melperon
Niederpotentes Neuroleptikum (Pipamperon-verwandt)
Wirkweise: Blockiert Dopamin- & Histamin-Rezeptoren → beruhigend/sedierend, schwach antipsychotisch.
Gebrauch: Unruhe, Schlafstörungen, nächtliche Verwirrtheit (Delir) im Alter.
Pflegehinweis: Gut geriatrisch verträglich, aber QT-Zeit & Blutdruck beachten. Sedierung.
Tageshöchstdosis: 300 mg/Tag
Pipamperon
Niederpotentes Neuroleptikum
Wirkweise: Dopamin-Antagonismus mit starker schlafanstoßender Komponente.
Gebrauch: Schlafstörung, Unruhe — klassisch bei Älteren.
Pflegehinweis: Abends. Bradykardie & Blutdruck beobachten.
Tageshöchstdosis: 120 mg/Tag
Haloperidol
Hochpotentes Neuroleptikum
Wirkweise: Starker Dopamin-D2-Blocker → kräftig antipsychotisch, wenig sedierend, aber stark EPS-auslösend.
Gebrauch: Akute Psychose, Delir (auch i.v./s.c.).
Pflegehinweis: EPS-Risiko hoch (Frühdyskinesien, Parkinsonoid). QT-Zeit-Verlängerung → EKG. Bei geriatrischen Patienten niedrig dosieren.
Tageshöchstdosis: bis 100 mg/Tag (nur kurzfristig)
Lorazepam
Benzodiazepin (mittellang wirksam)
Wirkweise: Verstärkt GABA → angstlösend, beruhigend, krampflösend.
Gebrauch: Akute Angst/Unruhe, Delir (caution), Krampfanfall.
Pflegehinweis: Sturz-/Sedierungsrisiko, Abhängigkeit. Bei Älteren niedrig dosieren. Atelektase-/Atemdepression-Risiko.
Tageshöchstdosis: bis 10 mg/Tag (kürzere Anwendung)
Oxazepam
Benzodiazepin (kurz-mittel)
Wirkweise: GABA-Verstärkung → beruhigend, angstlösend, kaum aktive Metaboliten (gut bei Älteren).
Gebrauch: Angst, Unruhe, Schlafstörung im Alter.
Pflegehinweis: Wird oft geriatrisch bevorzugt (kürzere HWZ), trotzdem Abhängigkeits-/Sturzrisiko.
Tageshöchstdosis: 120 mg/Tag
Memantin
NMDA-Antagonist (Antidementivum)
Wirkweise: Blockiert überaktive Glutamat-NMDA-Rezeptoren → verlangsamt den Verlauf der (mittleren–schweren) Alzheimer-Demenz.
Gebrauch: Mittlere bis schwere Alzheimer-Demenz.
Pflegehinweis: Nierenwerte kontrollieren (Dosisanpassung). Schwindel zu Beginn. Kein kurativer Effekt — verlangsamt nur.
Tageshöchstdosis: 20 mg/Tag
Donepezil
Acetylcholinesterase-Hemmer (Antidementivum)
Wirkweise: Erhöht Acetylcholin im Gehirn → verbessert kognitive Funktion, verlangsamt Demenz-Verlauf.
Gebrauch: Leichte bis mittlere Alzheimer-Demenz.
Pflegehinweis: Magen-Darm-NW (Übelkeit), Bradykardie möglich. Abends geben.
Tageshöchstdosis: 10 mg/Tag
Rivastigmin
Acetylcholinesterase-Hemmer
Wirkweise: Wie Donepezil — hebt Acetylcholin-Spiegel an.
Gebrauch: Alzheimer-Demenz, Parkinson-Demenz (auch als Pflaster).
Pflegehinweis: Pflasterform praktisch bei Schluckproblemen. Hautreizung an Pflasterstelle, Stelle rotieren.
Tageshöchstdosis: 12 mg/Tag oral · Pflaster bis 13,3 mg/24 h
Zolpidem
Z-Substanz (Nicht-Benzodiazepin-Hypnotikum)
Wirkweise: Wirkt am GABA-Rezeptor wie Benzos, aber selektiver → schnell einschlaffördernd, kurz wirksam.
Gebrauch: Kurzzeitige Schlafstörung (Einschlafprobleme).
Pflegehinweis: NUR kurzfristig (Abhängigkeit). Sturz-/Verwirrtheitsrisiko, paradoxe Reaktionen. Bei Älteren meiden oder nur niedrigst dosiert.
Tageshöchstdosis: 10 mg/Tag (nur kurzfristig)
Doxylamin
Antihistaminikum (H1), sedierend
Wirkweise: Blockiert Histamin-Rezeptoren → müde machend (Nebenwirkung als Schlafmittel genutzt).
Gebrauch: Schlafstörung (rezeptfrei), Übelkeit.
Pflegehinweis: Anticholinerg → bei älteren Patienten ungünstig (Verwirrtheit, Mundtrockenheit, Obstipation, Harnverhalt).
Tageshöchstdosis: 25 mg (nur kurzzeitig als Schlafmittel)
💠 Schmerzmittel (Analgetika)
Stufenschema WHO: Stufe 1 = Nicht-Opioide, Stufe 2 = schwache Opioide, Stufe 3 = starke Opioide.
Ibuprofen
NSAR
Wirkweise: Hemmt Cyclooxygenase (COX) → weniger Prostaglandine → schmerzlindernd, entzündungshemmend, fiebersenkend.
Gebrauch: Schmerzen, Entzündung, Fieber. Stufe 1.
Pflegehinweis: Zur Mahlzeit (magenschonend). Nicht bei Magenulkus, Niereninsuffizienz, Asthma ohne Rücksprache.
Tageshöchstdosis: rezeptfrei 1200, ärztl. bis 2400 mg/Tag
Paracetamol
Paracetamol
Wirkweise: Hemmt Prostaglandin-Synthese im ZNS → schmerzlindernd & fiebersenkend, kaum entzündungshemmend.
Gebrauch: Schmerz & Fieber. Stufe 1.
Pflegehinweis: Tageshöchstdosis (max. 3–4 g/Tag) beachten! Überdosierung schädigt die Leber.
Metamizol (Novalgin)
Metamizol (Pyrazolon)
Wirkweise: Zentral schmerzstillend & krampflösend (spasmolytisch), fiebersenkend.
Gebrauch: Starke Schmerzen, Koliken, Fieber.
Pflegehinweis: Selten Agranulozytose → bei Fieber/Halsschmerzen sofort melden. Blutbild beobachten.
Tageshöchstdosis: 4000 mg/Tag
Morphin
Morphin (starkes Opioid)
Wirkweise: Bindet an μ-Opioid-Rezeptoren im ZNS → stark schmerzstillend, dämpft Schmerzverarbeitung.
Gebrauch: Stärkste Schmerzen, Tumorschmerz. Stufe 3.
Pflegehinweis: Atmung überwachen, Obstipation & Übelkeit fast immer → Prophylaxe. Nicht abrupt absetzen.
Tageshöchstdosis: kein fester Höchstwert — nach Schmerz titrieren
Oxycodon
Oxycodon (starkes Opioid)
Wirkweise: μ-Opioid-Agonist → stark schmerzstillend, gut bei Tumorschmerz.
Gebrauch: Starke Dauerschmerzen (retardiert), Durchbruchschmerz (unretardiert).
Pflegehinweis: Retardtabletten nicht mörsern/teilen! Obstipation-Prophylaxe. Atmung.
Tageshöchstdosis: kein fester Höchstwert — titrieren
Fentanyl (Pflaster)
Fentanyl (starkes Opioid, transdermal)
Wirkweise: μ-Opioid-Agonist, etwa 100x stärker als Morphin; gleichmäßige Wirkstoffabgabe über die Haut.
Gebrauch: Stabile chronische/Tumorschmerzen.
Pflegehinweis: Pflaster nicht zerschneiden, Hitze vermeiden (Bad, Wärmedecke), Wechselintervall (meist 72 h) einhalten. Atemdepression!
Tramadol
Tramadol (schwaches Opioid)
Wirkweise: μ-Opioid-Agonist + hemmt Serotonin-/Noradrenalin-Wiederaufnahme → zweifache Schmerzhemmung.
Gebrauch: Mäßig starke Schmerzen. Stufe 2.
Pflegehinweis: Bei Älteren Sturz-/Verwirrtheitsrisiko, Serotonin-Syndrom bei Kombi mit SSRI.
Tageshöchstdosis: 400 mg/Tag
💠 Antibiotika
Komplette Dauer einnehmen, auch wenn es besser geht — sonst Resistenz!
Amoxicillin
Aminopenicillin
Wirkweise: Hemmt die bakterielle Zellwand-Synthese → Bakterien sterben ab (bakterizid).
Gebrauch: Atemwegs-, HNO-, Harnwegsinfekte.
Pflegehinweis: Penicillin-Allergie abklären! Mit Wasser, evtl. mit Mahlzeit gegen Magenbeschwerden.
Tageshöchstdosis: bis 6000 mg/Tag (schwere Infekte)
Cefuroxim
Cephalosporin 2. Generation
Wirkweise: Wie Penicillin — hemmt Zellwand-Synthese, breiteres Spektrum.
Gebrauch: Pneumonie, Harnwegs-, Hautinfekte.
Pflegehinweis: Zur Mahlzeit. Kreuzallergie mit Penicillinen möglich.
Tageshöchstdosis: 1500 mg/Tag
Clarithromycin
Makrolid-Antibiotikum
Wirkweise: Hemmt die Protein-Synthese der Bakterien → Wachstum gehemmt (bakteriostatisch).
Gebrauch: Atemwegsinfekte, atypische Pneumonie.
Pflegehinweis: Viele Wechselwirkungen (QT-Zeit!), Magen-Darm-NW häufig.
Tageshöchstdosis: 1000 mg/Tag
Ciprofloxacin
Fluorchinolon
Wirkweise: Hemmt die bakterielle DNA-Gyrase → Bakterien können sich nicht vermehren (bakterizid).
Gebrauch: Harnwegsinfekte, komplizierte bakterielle Infekte.
Pflegehinweis: Sehnenrisiko (v. a. Ältere + Kortison), QT-Verlängerung. Sonne meiden.
Tageshöchstdosis: 1500 mg/Tag
💠 Blutdruck & Herz
Ramipril
ACE-Hemmer
Wirkweise: Hemmt ACE → weniger Angiotensin II → Gefäße weiten, Aldosteron sinkt → Blutdruck & Nachlast runter.
Gebrauch: Hypertonie, Herzinsuffizienz, Nierenschutz.
Pflegehinweis: Reizhusten häufig (harmlos, aber melden). Kalium & Kreatinin kontrollieren. Erstentnahme unter Blutdruck-Kontrolle.
Tageshöchstdosis: 10 mg/Tag
Metoprolol
Beta-Blocker (selektiv β1)
Wirkweise: Blockiert β1-Rezeptoren am Herzen → Herzfrequenz & Kontraktilität sinken → Blutdruck runter, Herz entlastet.
Gebrauch: Hypertonie, Tachykardie, KHK, Herzinsuffizienz.
Pflegehinweis: Puls beobachten (Bradykardie!), nicht abrupt absetzen. Bei COPD/Diabetes Vorsicht.
Tageshöchstdosis: 200 mg/Tag (retardiert bis 400)
Bisoprolol
Beta-Blocker (β1)
Wirkweise: Wie Metoprolol — senkt Frequenz & Blutdruck, wichtige Evidenz bei Herzinsuffizienz.
Gebrauch: Chronische Herzinsuffizienz, Hypertonie, KHK.
Pflegehinweis: Herzinsuffizienz-Medikation streng regelmäßig. Bradykardie, kalte Extremitäten.
Tageshöchstdosis: 20 mg/Tag
Amlodipin
Kalziumantagonist (Dihydropyridin)
Wirkweise: Blockiert Kalziumkanäle in Gefäßmuskulatur → Gefäße entspannen → Blutdruck sinkt.
Gebrauch: Hypertonie, auch bei Angina pectoris.
Pflegehinweis: Knöchelödeme häufig — meist harmlos. Kopfschmerz/Flush zu Beginn.
Tageshöchstdosis: 10 mg/Tag
Candesartan
Sartan (AT1-Blocker)
Wirkweise: Blockiert Angiotensin-II-Rezeptoren → Gefäße weiten, ohne das Reizhusten der ACE-Hemmer.
Gebrauch: Hypertonie, Herzinsuffizienz (wenn ACE-Hemmer nicht vertragen).
Pflegehinweis: Kaum Reizhusten (Vorteil zu ACE-Hemmern). Kalium kontrollieren.
Tageshöchstdosis: 32 mg/Tag
💠 Blutverdünner (Antikoagulation)
Apixaban (Eliquis)
DOAK (Faktor-Xa-Hemmer)
Wirkweise: Hemmt direkt Faktor Xa → Gerinnungskaskade unterbrochen → Blut verdünnt.
Gebrauch: Schlaganfall-Prophylaxe bei Vorhofflimmern, Thrombose/Lungenembolie.
Pflegehinweis: Feste Zeiten. Blutungszeichen (Hämatome, Teerstuhl, Blut im Urin) beobachten. Keine zusätzlichen ASS/NSAR ohne Rücksprache.
Tageshöchstdosis: fixe Dosis (5 mg 2×tgl.) — keine freie Höchstdosis
Rivaroxaban
DOAK (Faktor-Xa-Hemmer)
Wirkweise: Wie Apixaban — direkter Faktor-Xa-Hemmer.
Gebrauch: Vorhofflimmern, Thrombose-Prophylaxe.
Pflegehinweis: Mit Mahlzeit einnehmen (bessere Aufnahme). Blutungszeichen beobachten.
Tageshöchstdosis: fixe Dosis (20 mg 1×tgl.) — keine freie Höchstdosis
Phenprocoumon (Marcumar)
Vitamin-K-Antagonist (Cumarin)
Wirkweise: Hemmt Vitamin-K-abhängige Gerinnungsfaktoren (II, VII, IX, X) in der Leber.
Gebrauch: Klassische orale Antikoagulation (INR-kontrolliert).
Pflegehinweis: INR/Quick regelmäßig kontrollieren. Vitamin-K-reiche Kost (Spinat, Kohl) beeinflusst Wirkung — konstant halten. Auf Blutungszeichen achten.
Tageshöchstdosis: INR-gesteuert — keine feste mg-Dosis
ASS (Acetylsalicylsäure)
Thrombozytenaggregationshemmer
Wirkweise: Hemmt irreversibel die Thrombozyten-Aggregation → verhindert Gerinnselbildung (Thrombus).
Gebrauch: Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt/Schlaganfall, KHK.
Pflegehinweis: Magenreizung (evtl. + PPI), Blutungsrisiko. Vor OP ggf. pausieren (nach Arzt).
Tageshöchstdosis: Prophylaxe fix 100 mg/Tag
Enoxaparin (Clexane)
Niedermolekulares Heparin (s.c.)
Wirkweise: Verstärkt Antithrombin → hemmt Faktor Xa & Thrombin → thromboseprophylaktisch.
Gebrauch: Thromboseprophylaxe, meist perioperativ/nach OP.
Pflegehinweis: Subkutan in Bauchfettschicht, Stelle rotieren, nicht massieren. Blutungszeichen beobachten.
Tageshöchstdosis: gewichtsabhängig (z. B. 40 mg 1×tgl.)
💠 Entwässerung (Diuretika)
Furosemid (Lasix)
Schleifendiuretikum
Wirkweise: Hemmt Natrium-Rückresorption in der Henle-Schleife der Niere → mehr Wasser & Natrium ausgeschieden.
Gebrauch: Ödeme, Herzinsuffizienz, Hypertonie.
Pflegehinweis: Morgens geben (nächtlicher Harndrang!). Trinkmenge & Ausscheidung bilanzieren. Kalium-Verlust → laborkontrollieren.
Tageshöchstdosis: bis 1000 mg/Tag (nur stationär hochdosiert)
Torasemid
Schleifendiuretikum
Wirkweise: Wie Furosemid, aber gleichmäßigere & längere Wirkung.
Gebrauch: Herzinsuffizienz, Ödeme.
Pflegehinweis: Morgens. Bilanzieren, Elektrolyte kontrollieren.
Tageshöchstdosis: bis 200 mg/Tag
Spironolacton
Kaliumsparendes Diuretikum (Aldosteron-Antagonist)
Wirkweise: Blockiert Aldosteron-Rezeptor → Natrium/Wasser raus, aber Kalium bleibt erhalten.
Gebrauch: Herzinsuffizienz, Aszites, Hyperaldosteronismus.
Pflegehinweis: Hyperkaliämie-Risiko! Nicht mit Kalium-Ersatz kombinieren. Gynäkomastie möglich.
Tageshöchstdosis: Herzinsuff. bis 50 mg/Tag · sonst bis 200
💠 Magen & Darm
Pantoprazol / Omeprazol
Protonenpumpenhemmer (PPI)
Wirkweise: Hemmt die Protonenpumpe in Magenbelegzellen → Magensäureproduktion stark reduziert.
Gebrauch: Reflux, Ulkus, Säureschutz bei NSAR/Kortison.
Pflegehinweis: Nüchtern, 30–60 min vor dem Essen. Langzeiteinnahme: B12/Magnesium/Vit.-D-Mangel möglich.
Tageshöchstdosis: 40 mg/Tag (nur kurzzeitig höher)
Metoclopramid (MCP)
Prokinetikum / Antiemetikum
Wirkweise: Blockiert Dopamin-Rezeptoren & fördert Magen-Darm-Motilität → gegen Übelkeit.
Gebrauch: Übelkeit, Erbrechen, Magenentleerungsstörung.
Pflegehinweis: EPS-Risiko (v. a. junge/alte Patienten), max. 5 Tage. QT-Zeit.
Tageshöchstdosis: 30 mg/Tag · max. 5 Tage
💠 Diabetes-Typ-2 (oral)
Metformin
Biguanid
Wirkweise: Reduziert Glukoseproduktion in der Leber & verbessert Insulinempfindlichkeit → senkt Blutzucker.
Gebrauch: Erstlinientherapie bei Diabetes-Typ-2.
Pflegehinweis: Zur/nach Mahlzeit (Magen-Darm-NW). Bei Niereninsuffizienz/Kontrastmittel pausieren (Laktatazidose-Risiko).
Tageshöchstdosis: bis 3000 mg/Tag (retardiert 2550)
Sitagliptin
DPP-4-Hemmer (Gliptin)
Wirkweise: Hemmt DPP-4 → Inkretin-Hormone bleiben länger aktiv → mehr Insulin, weniger Glukagon.
Gebrauch: Diabetes-Typ-2, gut bei Älteren (geringes Hypo-Risiko).
Pflegehinweis: Nierenfunktion beachten (Dosisanpassung). Geringes Hypoglykämie-Risiko.
Tageshöchstdosis: 100 mg/Tag
Empagliflozin
SGLT2-Hemmer (Gliflozin)
Wirkweise: Hemmt Zucker-Rückresorption in der Niere → Glukose wird mit dem Urin ausgeschieden.
Gebrauch: Diabetes-Typ-2, auch Herz-/Nierenschutz.
Pflegehinweis: Harnwegs-/Genitalinfekte möglich, Dehydrations-Risiko (v. a. bei Älteren/Diuretika).
Tageshöchstdosis: 25 mg/Tag
⚠️ Diese Übersicht ersetzt keine Fachinformation. Dosierung, Kontraindikationen & Wechselwirkungen immer am aktuellen Arztbrief/Beipackzettel prüfen.
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